CLASSIC REVIEW — Psycho 2
Eine der ersten Faustregeln wenn es um den Kulturbereich Filme geht lautet: Sequels sind nie gut!
Ob Jurassic Park, Kevin allein zu Haus oder zahllose Disney-Klassiker. Fortsetzungen sind einfach meistens ein einziger lauwarmer Aufguß dessen was bei Teil 1 als Erfolgsrezept fungierte. In der Regel versucht man nicht die Figuren oder Grundidee der Handlung zu verändern um so, rein theoretisch weiterhin das gleiche breite Publikum bzw. die Fans anzusprechen.
Obwohl bekannt ist das man gerade Letztere in 90 % der Fälle hoffnunglos vergrault lacht der finanzielle Ertrag scheinbar immer wieder genug.
Natürlich kann man sich dann als aktiver Filmschaffender auch immer noch der Illusion hingeben das man ein Musterbeispiel für die 10 % abliefert bei denen Fans, Kritiker wie auch allgemeines Publikum erneut begeistert werden. Doch viele Beispiele gibt es dafür eben wirklich nicht wie ich versuche in meinem gaaar nicht so überzogenem Zahlenvergleich darzustellen. Es gibt aber eben ‘Star Wars Episode V’ oder auch ‘The Dark Night’ und diese Beispiele reichen auch mir, um immer wieder Dingen ‘eine Chance’ zu geben welche auf Teil 2 hören.
Nun habe ich eben in diesem Fall zum ersten mal die Fortsetzungen zu Hitchcock’s Psycho gesehen. Von Vornerein kann man wohl feststellen das es nochmal deutlich schwerer sein muss ein Sequel zu einem anerkannten Klassiker hin zu bekommen, wenn man vor allem nicht auch für Teil 1 verantwortlich war.

Norman Bates is coming home
Crew/Cast:
Alfred Hitchcock erschuff für mich, neben Kubrick mit ‘Shining’, durch ‘Psycho’ das Paradebeispiel des Horrorgenres. Gerade in diesem Genre ist es ja eigentlich so gut wie unmöglich nach dem ersten Erlebniss noch die gewünschten Reaktionen beim Publikum hervor zu rufen. Hitchcock gelang es meiner Meinung nach jedoch, nicht zu letzt durch die unübertreffliche Besetzung von Anthony Perkins, einen Film zu schaffen der mir noch heute Gänsehaut verschafft. Der gute Alfred hat sich nach Teil 1 von Bates’ Motel verabschiedet doch der Namensgeber selbst blieb an Bord was letztlich überhaupt dazu geführt hat dieser Fortsetzung eine Chance zu geben.

Fazit:
Als aller erstes fällt nach wenigen Minuten auf das sich Teil 2 an ein ganz grundlegendes Stilmittel des Vorgängers nicht mehr hält. Kein Schwarz/Weiß mehr. Für mich geht dadurch viel von der Identifikationskraft und der Atmosphäre verloren die bei Fortsetzungen ja schon eine gewisse Rolle spielen. Auch die Musik ist anders doch wirkt sich nicht negativ aus auf die Atmosphäre. Ganz klar sind die angedeuteten aber schrillen einzelnen Geigentöne eher wieder förderlich um sich an das Grauen hinter Perkins zwar gealtertem aber immer noch jungenhaften Aussehen zu erinnern.
Doch schon die Grundidee des zweiten Teils ist von Anfang an eher lächerlich und verstärkt sich noch durch jede Wendung. Angefangen mit Bates’ Freilassung, ohne Erwähnung eines WIRKLICH plausiblen Grundes, bis hin zu blindem Vertrauen von wenig logischen Mitbürgern einer ländlichen Gegend.
Letzlich verabschiedet man sich dann noch von jenen Elementen die man hätte übernehmen müssen und bringt sogar ein wenig Splatter mit ins Spiel. Auch wenn ich ganz klar betonen will das auch ‘Psycho 2′ sich zwischen den ‘Schwachen Fortsetzungen’ einreiht muss ich doch gestehen das ich nicht abschalten konnte. Interessante Kameraführung, und das ständig komische Gefühle, das sich in der Magengegend ausbreitet, wenn man den Ansatz einer grauen Perrücke oder einfach nur Anthony Perkins schüchternen Blick zu Boden zu sehen bekommt.
Doch zurück bleibt ein weiteres entäuschendes Beispiel dafür das man Perfektion nicht versuchen sollte zu verbessern mit 4 von 10 Punkten.
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