Drive – The review
Nun haben wir 2012 und ich habe es zum zweiten mal versäumt meinen Jahresrückblick zu schreiben. Habe ja immer meinen Lieblingssong, Lieblingsalbum und natürlich mindestens noch meinen Lieblingsfilm. Da es mir aber bei letzterem schwer fiel mich zu entscheiden war die Motivation für alles weitere eher gering. Ich hatte es zwar auch in meinem Auslandsjahr zu Stande gebracht viele Filme zu sehen doch nicht unbedingt alle mit dem Produktionsjahr 2011. Einen Streifen den ich leider nicht sehen konnte war ”Drive”. Seit ich die ersten Clips und schlieslich den Trailer gesehen hatte war ich heiß auf diesen Streifen. Nun endlich habe ich es heute in einer Sneak Preview geschafft da der Film wegen kleinem Budget stark zeitversetzt nach Deutschland gekommen ist.
Cast/Crew: Regisseur Nef ist mir bekannt doch konnte ich von seinen Filmen bisher nur “Pusher ” in die Finger bekommen. Zu seiner Filmographie gehört auch “Bronson”. Beide Filme gelten als Extrem in ihrem Genre. Wie genau das wohl aussieht erschließt sich vllt. aus der Review zu “Drive” für euch.
Der Cast ist bis in die kleinen Nebenrollen stark besetzt. Neben mittlerweile größeren Hollywoodstars wie Ryan Gosling (Stay), dem namenlose Fahrer, und Carey Mulligan (Wall Street 2) finden sich US-Serienstars wie Bryan Cranston (Breaking Bad) und Christina Hendricks (Mad Men) in Nebenrollen.
Story: Gosling’s “John Doe”-Charakter erklärt sich selbst und die grundlegende Story in kurzem und generell über die ganze Filmlaufzeit rar gesähtem Dialog gleich zu Beginn. Er ist Automechaniker und gelegentlich Stuntfahrer an Filmsets bei Tage. Bei Nacht ist er jedoch Fluchtwagenfahrer. Er raubt nicht selbst, er trägt keine Waffe, er fährt nur den Wagen.
Abseits dieser Extreme verläuft sein Leben ruhig. Er hält sich bedeckt. Doch kaum riskiert er einen Flirt mit seiner Nachbarin (Mulligan) gerät er durch ihren Ex-Freund in weniger bombensichere Geschäfte, deren Auswirkungen schnell eines klar machen. Gnade ist ein Luxus den sich beide “Parteien” nicht leisten.
Fazit: Dieser Film startet ruhig. Sehr ruhig. Trotz des nächtlichen Hobby’s des Drivers hat die gefühlte erste halbe Stunde einen sehr stillen Kern. Gosling’s Figur interagiert kaum durch gesprochenen Worte mit seiner Umwelt. Seine Mimik, insbesondere die Blicke die er den verschiedenen Menschen in seinem Umfeld schenkt, zeigen uns was er denkt. Besonders das Spiel zwischen Mulligan und Gosling ist bemerkenswert. Es ist mir so in dieser Form nie begegnet. Die anfänglich so musterhafte Annäherung der Figuren spielt schnell mit dem was wir erwarten und uns denken. Dadurch entsteht unter anderem auch eine charmante Art von Witz die nie so eingefangen wurde und dadurch nicht wirklich beschrieben werden kann.
Durch die Ruhe zu Beginn bekommt das was folgt eine drastische Kraft und Wirkung. “Drive” ist ab 18, was sich erst mit der zweiten Hälfte richtig aber dann auch gänzlich erschließt. Doch meiner Meinung nach wird die extreme Brutalität gerade dadurch zur Kunst. Der Kontrast zwischen den anfänglichen Szenen, das Verhalten von Gosling gegenüber Mulligan (und auch Gosling’s generelles Rollenprofil in Hollywood) und jenen die der Driver mit anderen Figuren teilt ist extrem. Die kürzer werdenden Ruhephasen des Films sind wie ein schneller Wagen der zwar langsam anrollt aber dann unaufhaltsam höher geschaltet wird, bis zum Finale in der er aus einer Kurve geschleudert wird und mit einem mal nach dem Aufschlagen wieder die anfängliche Ruhe einkehren lässt. Das ganze, umrahmt von einem eigentümlichen 80er-Look der sich in Musik (die gespielten Tracks entstanden trotz ihres einschlägigen Sounds zwischen 2007 und 2011) sowie auch dem visuellen Style ( Bsp.: Klamotten des Drivers) wiederspiegelt hat schon jetzt hohes Potential zum Kult. Es gelingt also ein harter Actionfilm der provoziert und definitiv die Zuschauer in zwei Lager spaltet.
Ich glaube man kann ‘Drive’ nur lieben oder ganz verschmähen. Für mich entstand eindeutig der erste großartige “Auto”-Film welcher in meiner Sammlung nicht fehlen darf. Sage und schreibe 10 von 10 Punkten für diesen Streifen, den ich nun im Nachhinein, als meinen persönlichen Film des Jahres 2011 bezeichne!
greetings from apoc @ Hip to be square by Huey Lewis and the News
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